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Welche Kündigungsfrist gilt, wenn kein schriftlicher Mietvertrag geschlossen wurde?

Wie lange ist die Kündigungsfrist ohne Mietvertrag?

Wie lange ist die Kündigungsfrist ohne Mietvertrag?

Es gibt verschiedene Umstände, weshalb ein Mietverhältnis ohne Mietvertrag zustande kommt. Kennen sich Mieter und Vermieter gut, sind befreundet oder verwandt, wird oftmals auf das Dokument verzichtet und lediglich eine mündliche Absprache über die Miete getroffen. Kommt es dann zu Problemen, wähnen sich viele in einem rechtfreien Raum und kennen ihre Rechte und Pflichten nicht.

So bestehen auch häufig Unsicherheiten darüber, wenn kein Mietvertrag existiert, welche Kündigungsfrist gilt. Der folgende Ratgeber geht auf den Sonderfall „Kündigungsfrist ohne Mietvertrag“ ein und klärt, was gemäß deutschem Mietrecht zu beachten ist.

Kein Mietvertrag: Die Kündigungsfrist entnehmen Sie dem BGB

Es ist gar nicht mal so selten, dass eine Wohnung vermietet und kein entsprechendes Vertragsdokument erstellt wird. Lediglich Absprachen über den Wohnraum und die zu zahlende Miete werden getroffen. Soll dann für die Mietsache eine Kündigung verfasst werden, stehen Mieter und Vermieter häufig ratlos vor der Frage, welche Kündigungsfrist ohne Mietvertrag überhaupt gilt.

Auch wenn kein schriftliches Dokument existiert oder die Schriftform nicht eingehalten wurde, weil beispielsweise die Mietparteien keine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt haben, bewegt sich das Mietverhältnis nicht im rechtsfreiem Raum. Stattdessen gilt das Mietrecht aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Existiert kein Mietvertrag, ist die Kündigungsfrist dem BGB zu entnehmen.

Existiert kein Mietvertrag, ist die Kündigungsfrist dem BGB zu entnehmen.

Die Wohnung kann entsprechend ordentlich bzw. auch außerordentlich gekündigt werden. Letzteres ist z. B. unter Umständen möglich, wenn der Mieter die Miete nicht bzw. nicht rechtzeitig bezahlt. Bei der ordentlichen Kündigung ist § 574c BGB maßgeblich. Demnach beträgt die Kündigungsfrist auch ohne Mietvertrag drei Monate. Voraussetzung ist, dass die Kündigung spätestens am dritten Werktag des Kalendermonats den Vermieter erreicht.

Der Vermieter kann ebenfalls ordentlich kündigen, allerdings benötigt er gemäß § 573 BGB ein berechtigtes Interesse zur Beendigung vom Mietverhältnis. Zudem muss er eine möglicherweise verlängerte Kündigungsfrist aufgrund der Dauer der Vermietung beachten.

Nebenreden und Beweisgrundlage

Problematisch für die Kündigungsfrist ohne Mietvertrag ist, dass beispielsweise Nebenabsprachen häufig nicht belegbar sind. Wurde eine kürzere bzw. längere Frist zwischen Mieter und Vermieter vereinbart, fehlt es juristisch häufig an Beweisen. Maßgeblich ist dann stets das BGB. Ohne schriftlichen Mietvertrag besteht beispielsweise auch keine Renovierungspflicht für den Mieter beim Auszug. Außerdem ist er nicht verpflichtet, die Nebenkosten zu tragen, wenn dies nicht explizit vertraglich vereinbart wurde.

Befriste Anmietung: Wie lange ist die Kündigungsfrist ohne Mietvertrag?

Grundsätzlich kann ein befristeter Mietvertrag nicht ordentlich gekündigt werden. Dementsprechend gibt es auch keine Kündigungsfrist für die Wohnung. Stattdessen läuft dieser automatisch aus, wenn er nicht verlängert wird. Auch mündlich kann ein solches befristetes Mietverhältnis begründet werden, wenn dazu die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden. Für die Kündigungsfrist ohne schriftlichen Mietvertrag gilt aber eine Besonderheit.

Wird der Mietvertrag nämlich über einen Zeitraum von über einem Jahr geschlossen, tritt die Fiktion eines unbefristeten Mietverhältnisses in Kraft. Das bedeutet, dass nach einem Jahr ordentlich nach §§ 573 bzw. 573c BGB gekündigt werden kann. Dann beträgt trotz Terminierung die Kündigungsfrist ohne schriftlichen Mietvertrag drei Monate.

Untermietverhältnis: Kündigungsfrist ohne entsprechenden Mietvertrag

Beim Untermietvertrag gelten grundlegend dieselben Regelungen wie beim Mietverhältnis zwischen Vermieter und Mieter. Nur tritt in diesem Fall der Hauptmieter in die Position des Vermieters. Zwischen dem eigentlichen Vermieter und dem Untermieter besteht dagegen keine Vertragsbeziehung.