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Was passiert mit der Miete nach dem Tod des Mieters?

Was ist mit der Miete nach einem Todesfall? Muss sie weiter bezahlt werden?

Was ist mit der Miete nach einem Todesfall? Muss sie weiter bezahlt werden?

Für Angehörige ist es immer eine schwierige Situation, wenn ein Familienmitglied stirbt. Neben den emotionalen Auswirkungen müssen sich die Erben zudem mit vielen organisatorischen Angelegenheiten rumplagen. Verträge sind zu kündigen, das Erbe muss verteilt und die Wohnung aufgelöst werden. Dabei stehen die Hinterbliebenen nicht selten vor schwierigen rechtlichen Fragen.

Wie verhält es sich beispielsweise mit der Mietfortzahlung im Todesfall? Endet das Mietverhältnis mit dem Vermieter automatisch, oder muss dieses extra gekündigt werden? Was ist, wenn die Wohnung der verstorbenen Person allein bzw. gemeinsam bewohnt wurde? Auf all diese Fragen gehen wir im Folgenden ein.

Ist die Mietzahlung im Todesfall an den Vermieter weiter zu leisten?

Miete: Bei einem Todesfall gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Miete: Bei einem Todesfall gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Wie mit einer Wohnung zu verfahren ist, wenn ein Mieter stirbt ist in den §§ 563 bis 564 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben.

Grundsätzlich gilt, dass das Mietverhältnis mit dem Vermieter nicht einfach automatisch endet. Stattdessen läuft der Mietvertrag fort, die Mietzahlung ist entsprechend nach dem Todesfall weiter zu leisten.

Wohnte die verstorbene Person beispielsweise mit ihrem Ehe- bzw. Lebenspartner zusammen, tritt dieser in das Mietverhältnis ein. Gleiches gilt für die volljährigen Kinder oder sonstigen Anverwandten im gemeinsamen Haushalt, sollte der Lebenspartner nicht eintreten.

Lebte der verstorbene Mieter mit einer Person zusammen, mit der er einen auf Dauer angelegten Haushalt führte, besteht auch hier die Chance gemäß Mietrecht den Mietvertrag zu übernehmen. Es folgt also nicht zwingend die Kündigung vom Vermieter mit dem Tod. Gleiches gilt in z. B. Wohngemeinschaften. Gemäß § 563a BGB wird das Mietverhältnis mit den überlebenden Mietern fortgesetzt.

Bewohnte der verstorbene Mieter die Wohnung allein bzw. treten die überlebenden Mieter nicht in das Mietverhältnis ein, müssen die Erben es gemäß § 564 BGB mit dem Vermieter fortsetzen. Die Mietzahlung darf bei einem Todesfall also nicht einfach eingestellt werden, weil der Mietvertrag durch die Erben oder die überlebenden anderen Mieter fortgeführt wird. Sämtliche Verpflichtungen gehen entsprechend über.

Sonderkündigungsrecht: Miete bei Todesfall

Doch wie sieht es aus, wenn der Mietvertrag nicht von den Erben oder überlebenden Mietern fortgeführt werden soll? Wie lange ist die Miete nach dem Todesfall noch zu begleichen? Ist niemand dazu bereit, in das Mietverhältnis einzutreten, kann es außerordentlich mit gesetzlicher Kündigungsfrist beendet werden.

Voraussetzung ist, dass die Kündigung vom Mietvertrag innerhalb eines Monats nach Kenntnisgewinn vom Tod des Mieters erfolgt. Entsprechend sind für die Wohnung also noch mindestens drei Monate Miete nach dem Todesfall an den Vermieter zu bezahlen. Aber nicht nur die Erben besitzen ein Sonderkündigungsrecht in Bezug auf die Miete nach einem Todesfall.

Wollen die Hinterbliebenen die Miete nach dem Tod nicht weiterzahlen, kann auch mit dem Vermieter vereinbart werden, dass ein Nachmieter gestellt wird. Allerdings muss der Wohnungsgeber nicht auf die Bitte eingehen. Er kann auf die Einhaltung der Kündigungsfrist bestehen.
Miete: Nach dem Tod müssen sich die Angehörigen darum kümmern.

Miete: Nach dem Tod müssen sich die Angehörigen darum kümmern.

Auch der Vermieter kann nach außerordentlich kündigen. Dies wäre gegeben, wenn es einen wichtigen Grund gegenüber der eingetretenen Person gibt. Erlangt der Vermieter Kenntnis darüber, dass niemand bereit ist, in das Mietverhältnis einzutreten bzw. es fortzusetzen, hat er ebenso wie die nicht im Haushalt lebenden Erben, das Recht unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfristen den Mietvertrag zu kündigen.

Zu erwähnen ist, dass alle Erben bzw. eintritts­berechtigten Personen die Kündigung der Wohnung unterschreiben müssen. Die Miete nach dem Todesfall kann grundsätzlich aus dem Nachlass beglichen werden. Die Erben müssen im Übrigen nicht mit ihrem privaten Vermögen haften, wenn diese die Haftung auf den Nachlass beschränken.

Keine Erben = keine Mietzahlung nach Todesfall?

Gibt es keine Erben, bedeutet dies für den Vermieter nicht, dass er keine Miete nach dem Todesfall erhält. Er kann sich mit seinen Forderungen an den gesetzlich bestellten Nachlasspfleger richten. Ist der Nachlass allerdings überschuldet, kann er nach dem Tod des Mieters auf seinen Kosten sitzen bleiben.