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Kündigungsfrist bei der Unfallversicherung: Richtig kündigen!

Wann kann ich meine private Unfallversicherung kündigen? Diese Frage stellen sich viele Versicherte.

Wann kann ich meine private Unfallversicherung kündigen? Diese Frage stellen sich viele Versicherte.

Es gibt einige private Versicherungen, auf welche die wenigsten Deutschen verzichten. Ein Muss sind für viele die private Haftpflicht sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Für weiteren Schutz entscheiden sich viele Personen außerdem für die private Unfallversicherung.

Es kann jedoch zu Situationen kommen, in denen diese Versicherung nicht mehr gewünscht wird, weil etwa die Beitragszahlungen in Zeiten einer finanziellen Schieflage ein zu großes Loch ins Portemonnaie reißen. Andere Versicherte haben vielleicht durch einen Vergleich einen besseren Anbieter gefunden, der die gleichen Leistungen zu einem günstigeren Preis zur Verfügung stellt.

Auch wenn ein Paar zusammenzieht oder eine Familie gründet, kann es zu Überlegungen kommen, die alte Versicherung zu kündigen und zu einem anderen Versicherer zu wechseln, um von besonderen Rabatten oder anderen Leistungen zu profitieren, die in der neuen Lebenssituation von Belang sind. Doch wann kann man eine Unfallversicherung eigentlich kündigen? Welche Kündigungsfrist für die Unfallversicherung ist zu beachten? Wir verraten es Ihnen.

Wann springt die private Unfallversicherung ein?

Kündigen Sie innerhalb der Fristen die Unfallversicherung, entfällt der Schutz.

Kündigen Sie innerhalb der Fristen die Unfallversicherung, entfällt der Schutz.

Bevor wir uns mit der Kündigungsfrist für die Unfallversicherung beschäftigen, möchten wir zunächst ein wenig genauer auf die Bedeutung dieser speziellen Versicherung eingehen. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts kommt es in Deutschland pro Jahr zu rund 3,15 Millionen Unfällen im Haushalt. Zu den größten Gefahren zählen unter anderem Stürze, Verbrennungen sowie Schnittverletzungen. Nicht selten kommt es dazu, dass Betroffene dabei bleibende Schäden davontragen.

In genau diesen Fällen springt die private Unfallversicherung ein: wenn aus einem Unfall im Haushalt oder in der Freizeit eine Invalidität resultiert. Diese Versicherung schließt dabei eine Lücke. Die gesetzliche Unfallversicherung, welche einen Zweig der deutschen Sozialversicherung ist, bietet nämlich nur Schutz, wenn Versicherte einen Wege- oder Arbeitsunfall haben bzw. an einer Berufskrankheit leiden.

Haben Sie eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung, benötigen Sie häufig keine zusätzliche private Unfallversicherung. Haben Sie Ihre Situation analysiert und kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Sie den erweiterten Schutz nicht benötigen, können Sie unter Einhaltung der Kündigungsfrist Ihre private Unfallversicherung kündigen.

Ordentliche Kündigung der Unfallversicherung: Einzuhaltende Frist

Möchten Sie Ihre private Unfallversicherung kündigen, bestehen, wie auch bei anderen Versicherungen, zwei Optionen: die ordentliche und die außerordentliche Kündigung. Erstere ist grundlos, jedoch nur zu gewissen Zeitpunkten möglich.

Damit Sie außerordentlich kündigen können, ist hingegen ein spezieller Grund vonnöten, dafür ist kein besonderes Datum zu beachten. Bei beiden Optionen der Kündigung der privaten Unfallversicherung sind jedoch Fristen zu beachten.

Die Kündigungsfrist für die Unfallversicherung beträgt, wenn Sie den Vertrag ordentlich auflösen möchten, bei drei Monaten vor dem Ende des Versicherungszeitraums. Ein Beispiel: Emdet Ihr Vertrag am 31. August, muss Ihre Kündigung spätestens am 31. Mai beim Versicherer eingegangen sein.

Beachten Sie jedoch Folgendes: Es gibt Verträge, die erst nach einer mehrjährigen Laufzeit gekündigt werden können. Die genauen Informationen über Ihre private Unfallversicherung können Sie den Vertragsunterlagen entnehmen.

Vergessen Sie es, innerhalb der festgelegten Kündigungsfrist Ihre private Unfallversicherung zu kündigen, verlängert sich der Vertrag automatisch um die zuvor festgelegte Laufzeit. Um dies zu vermeiden, sollten Sie sich das entscheidende Datum am besten im Kalender notieren. So vergessen Sie nicht, wann Sie kündigen müssen.

Kommt es zu einem tödlichen Unfall, erlischt der Vertrag automatisch. Demnach ist für das Auflösen der privaten Unfallversicherung keine Kündigungsfrist zu beachten, weil eben keine explizite Kündigung erfolgen muss. Anders verhält es sich, wenn es sich um eine Familien- oder Partner-Police handelt. In diesem Fall hat der andere Versicherungsnehmer die Möglichkeit, den alten Vertrag zu übernehmen. Er darf jedoch auch den Tarif wechseln oder den Vertrag komplett kündigen.

Wann kann ich eine Unfallversicherung außerordentlich kündigen?

Die Kündigungsfrist für die Unfallversicherung beträgt drei Monate bei einer ordentlichen Kündigung.

Die Kündigungsfrist für die Unfallversicherung beträgt drei Monate bei einer ordentlichen Kündigung.

Zusätzlich haben Versicherte die Möglichkeit, innerhalb der gültigen Kündigungsfrist ihre private Unfallversicherung außerordentlich zu kündigen. Das ist jedoch nur möglich, wenn

  • es zu einem Schadenfall kam. Die Kündigung ist sowohl möglich, wenn die Schadenregulierung vorgenommen wurde als auch wenn es zu einer Ablehnung kam.
  • der Versicherer die Beiträge erhöht, ohne dass der Umfang der Leistungen zunimmt.

Die Fristen, wenn die Unfallversicherung außerordentlich gekündigt werden soll, liegen in beiden Fällen bei einem Monat, nachdem der Versicherte über die Beitragserhöhung bzw. die Annahme oder Absage der Schadenregulierung informiert wurde.

Beachten Sie jedoch: Nicht nur Sie können den Vertrag kündigen. Auch der Versicherer hat in gewissen Fällen das Recht, die Versicherung aufzulösen. Das ist etwa der Fall, wenn es zu einer Schadenregulierung kam oder wenn der Versicherte seine Beiträge nicht zahlt.

Worauf ist zu achten, wenn Sie Ihre Unfallversicherung kündigen?

Verpassen Sie die Kündigungsfrist der privaten Unfallversicherung, verlängert sich der Vertrag automatisch.

Verpassen Sie die Kündigungsfrist der privaten Unfallversicherung, verlängert sich der Vertrag automatisch.

Wenn Sie Ihren Vertrag ordentlich auflösen möchten, ist es, wie bereits erwähnt, wichtig, dass Sie die dreimonatige Kündigungsfrist für die Unfallversicherung einhalten. Ansonsten verlängert sich der Vertrag mit dem Versicherer automatisch.

Es sind jedoch noch weitere Dinge zu beachten, damit Ihre Kündigung erfolgreich verläuft. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Kündigung in schriftlicher Form erfolgen muss. Ihr Schreiben sollten Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein verschicken. So erhalten Sie einen Beleg darüber, dass die Unterlagen tatsächlich bei der Versicherung angekommen sind.

Außerdem haben Sie so einen Nachweis darüber, dass Ihr Schreiben noch vor Ablauf der Kündigungsfrist für die Unfallversicherung eingegangen ist. Fordern Sie in Ihrer Kündigung außerdem den Versicherer dazu auf, Ihnen eine Bestätigung zukommen zu lassen. So wissen Sie, dass Ihre Unterlagen bearbeitet werden.

Beachten Sie außerdem Folgendes: Möchten Sie einen Wechsel der Versicherung durchführen, sollten Sie zunächst abwarten, bis Sie eine Bestätigung des neuen Anbieters erhalten haben. Erst dann sollten Sie, unter Berücksichtigung der einzuhaltenden Kündigungsfrist für die Unfallversicherung, den alten Vertrag auflösen. Nur so ist ein lückenloser Versicherungsschutz gewährleistet.
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